Gemeine Gestalten

Solo-Exhibition
Styrian Art Gallery
2019

Wie wir die (Um)welt gestaltet? Wie entstehen die Ästhetiken die uns überall umgeben? Wie kann Teilhabe und Gestaltung zusammengeführt werden? Wie entstehen Übereinkommen in der Bedeutung der Dinge? Was ist Nutzen? Gibt es interesseloses Wohlgefallen? Was ist Gemeinschaft?

Auf diese Fragen stoße ich immer wieder in meinen Projekten. In der künstlerischen Arbeit selber und in der Beschäftigung mit Kunst wird sichtbar, was wir im Alltag nicht hinterfragen und für selbstverständlich halten. Mit Abstraktion und Vereinfachung begreifen wir die Welt.

Ich entwerfe immer wieder künstlerische Experimentalsysteme, die an einer Stelle reduzieren, an anderer aber wieder öffnen und Wahrnehmung, Denken, Reflexion erweitern.

Gemeine Gestalten – mean forms ist ein 60-teiliges System aus Keramik. Die einzelnen Formen, einfache geometrische Körper, werden im lederharten (frisch gegossenen) Zustand durch Schlicker miteinander verbunden und neu kombiniert. Dadurch entstehen immer neue Gegenstände, Bezugsräume, Werkzeuge, Nichtwerkzeuge, oder einfach Dinge mit praktischen oder poetischen Eigenschaften. Durch die Offenheit und Verwendbarkeit dieses Keramiksystems ergibt sich die Frage nach dem Nutzen bzw. der Nützlichkeit.

In diese Denkbewegung möchte ich die Teilnehmer und Betrachter mitnehmen, ich möchte sie einladen mitzumachen, mitzudenken, sich selber einbringen. Gemeinsames Handeln und Nachdenken erzeugt beziehungsreiche und überraschende Ergebnisse, oft mehr als es ein Einzelner vermag. Ich möchte eine kontinuierliche Diskussion, über die Dinge, denen wir Bedeutung geben, anregen, weshalb die Grenzen zwischen Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand innerhalb der Ausstellung immer wieder verschwimmen und wieder neu gezogen werden.